9.11.2013 – Rettungseinsätze in der Ostsee

10.11.2013. Die Seenotretter der Station Sassnitz der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben gestern, Samstag, den 9. November 2013, in zwei Fällen Menschen aus akuten Notlagen geholfen: An der Piratenschlucht, bei den Kreidefelsen von Rügen, war eine Wanderin so unglücklich gestürzt, dass sie sich eine Fraktur zugezogen hatte.

Da der Landrettungsdienst die Frau an den Klippen nicht transportieren konnte, holten die Seenotretter die Verletzte von der Steilküste. Bei einem weiteren Einsatz wurde ein verletzter philippinischer Seemann von Bord eines niederländischen Handelsschiffes geholt.

Schauerböen und stürmischer Wind mit sieben bis acht Beaufort (bis zu 74 km/h) erschwerten die Einsätze. Zunächst hatte die Landrettungsleitstelle Rügen die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS um 13.10 Uhr um Hilfe gebeten. Der Seenotkreuzer lief sofort aus.

Vor der Küste in Höhe der sogenannten Piratenschlucht setzten die Seenotretter das Tochterboot NOTARIUS mit zwei Mann Besatzung aus. Es schleppte ein kleines Schlauchboot bei schwerem Seegang bis unter Land, da selbst das Tochterboot an der steinigen Küste nicht eingesetzt werden kann. Eine Notärztin und Sanitäter hatten die Verletzte zwischenzeitlich stabilisiert und mit Hilfe der Feuerwehr auf eine Trage gelegt. In dem unwegsamen Gebiet war an eine Rettung über Land nicht zu denken.

Die Notärztin, die die Seenotretter der Station Sassnitz auch als Freiwillige unterstützt, verfügt inzwischen über nicht unerhebliche Erfahrung im Umgang mit der Behandlung auf dem Seenotkreuzer. Zunächst mit dem Schlauchboot und schließlich auf dem Seenotkreuzer HARRO KOEBKE wurde die Urlauberin an Land gebracht. Im Hafen von Sassnitz übergaben die Seenotretter sie an den Rettungstransportwagen.

Gerade stand nach diesem Einsatz der Kaffee „auf der Back“*, kam die nächste Alarmierung durch die SEENOTLEITUNG, und der Seenotkreuzer lief wieder aus. Auf einem niederländischen Handelsschiff hatte ein philippinischer Seemann sich den Unterkiefer ausgerenkt. Er benötigte so schnell wie möglich ärztliche Behandlung. Die HARRO KOEBKE forderte einen Notarzt an – und lief wenig später mit derselben Notärztin aus, die bereits am Mittag den Einsatz begleitet hatte. Aufgrund des schweren Wetters mit hohem Seegang entschied der Vormann, dass eine Übergabe auf offener See zu gefährlich war.

Der Kapitän des Handelsschiffes, dass sich zu diesem Zeitpunkt noch 16 Seemeilen (ca. 36 Kilometer) nordöstlich von Kap Arkona befand, wurde deshalb gebeten, in Richtung Arkona zu laufen, wo die Übergabe um 18 Uhr auf See im Schutz der Insel in der Bucht Tromper Wiek stattfand. Die 36 Meter lange HARRO KOEBKE ging bei dem niederländischen 90 Meter langen Frachtschiff längsseits und übernahm den Patienten.

Im Bordhospital der HARRO KOEBKE wurde der junge Seemann mit Unterstützung der Seenotretter auf dem Weg zum Sassnitzer Hafen behandelt. In Sassnitz übergaben die Seenotretter den Mann an den Rettungstransportwagen. Um 19.30 Uhr meldete sich die HARRO KOEBKE wieder „klar P 3“ (einsatzbereit auf der Station).

*seemannschaftlich unter anderem für „Tisch“


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