50 Jahre Seenotrettungskreuzer ADOLPH BERMPOHL

50 Jahre Seenotrettungskreuzer ADOLPH BERMPOHL

25.10.2015. Irmhild Schneider geb. Bermpohl wird den 23. Oktober 1965 nie vergessen: Vor 50 Jahren und damit 100 Jahre nach Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) taufte die damals 21-Jährige einen neuen Seenotrettungskreuzer auf den Namen ADOLPH BERMPOHL. Der Vegesacker Navigationslehrer gilt als Initiator der DGzRS. Die Verbindung seiner Nachfahrin zu den Seenotrettern hält bis heute.

Zum Jubiläum 150 Jahre Seenotretter in diesem Jahr gab es ein besonderes Treffen mit den heutigen Seenotrettern: An Bord der ERNST MEIER-HEDDE lernte Irmhild Schneider die Besatzung und die modernste Rettungstechnik kennen. „Das hat mich genauso beeindruckt wie damals“, sagt sie. Der zum 150. Geburtstag der DGzRS in Dienst gestellte jüngste 28-Meter-Neubau ist das Typschiff der Nach-Nachfolgeklasse der ADOLPH BERMPOHL.

50 Jahre Seenotrettungskreuzer ADOLPH BERMPOHL

50 Jahre Seenotrettungskreuzer ADOLPH BERMPOHL

Mit der Taufe vor 50 Jahren würdigten die Seenotretter einen ihrer Gründerväter. Nach schweren Schiffsunglücken vor den deutschen Nordseeinseln hatte Adolph Bermpohl 1860 zur Schaffung einer vom Staat unabhängigen, privaten Organisation aufgerufen, um Rettungsstationen an der Küste zu gründen. Daraufhin waren erste regionale spendenfinanzierte Vereine entstanden, die sich fünf Jahre später, im Mai 1865, zur DGzRS zusammengeschlossen hatten.

 

Allseitiges Prinzip der Freiwilligkeit

Das allseitige Prinzip der Freiwilligkeit des Einsatzes einerseits und der Finanzierung andererseits, die Grundgedanken Bermpohls, gelten bis heute unverändert. Auch Irmhild Schneider und ihr Mann Gert-Arthur tragen dazu bei. Seit vielen Jahren spenden sie regelmäßig für die Seenotretter. „Das ist für uns selbstverständlich, so wie es für mich eine ganz besondere Ehre war, damals den Neubau taufen zu dürfen“, sagt Irmhild Schneider. Wie ihr Vorfahre wurde auch sie in Gütersloh geboren, lebt aber seit langem in der Nähe von Hamburg.

Die Verbindung zu den Seenotrettern hält seit Jahrzehnten. „Oft haben wir die ADOLPH BERMPOHL auf Helgoland besucht. Und wir waren sehr betroffen, als wir von dem schweren Unfall anderthalb Jahre nach ihrer Indienststellung erfuhren“, erinnert sich die heute 71-Jährige. Im Februar 1967 traf den Seenotrettungskreuzer im Einsatz bei Orkan vor Helgoland eine riesige Grundsee. Wie baulich vorgesehen richtete er sich von selbst wieder auf. Doch die vier Seenotretter an Bord und drei zuvor gerettete niederländische Fischer blieben auf See.

Auch in modernen Zeiten nicht ohne Risiko

Die schwer beschädigte ADOLPH BERMPOHL wurde repariert und fuhr noch hunderte erfolgreiche Einsätze. Die DGzRS stellte sie 1989 in List auf Sylt außer Dienst und verkaufte sie an den finnischen Seenotrettungsdienst. Dort war sie bis 2001 als Ausbildungsschiff im Einsatz.

Auch in modernsten Zeiten ist die Arbeit der Seenotretter nicht ohne Risiko. Als Taufpatin überbrachte Irmhild Schneider der ADOLPH BERMPOHL seinerzeit die besten Wünsche. 50 Jahre später ließ sie es sich nicht nehmen, der Besatzung der auf Amrum stationierten ERNST MEIER-HEDDE „allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“ zu wünschen. Die Seenotretter sagen herzlichen Dank!


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